Auch wenn ich es nicht glauben konnte - Es ging weiter.
Als wir Darien verlassen hatten, war das zum ersten Mal ein "Zurueckkommen"und damit hatte sich das, was vorher neu und abenteuerlich war in Normalitaet und Alltag verwandelt.
Aber! Alltag ja - doch wohl der durchwachsendste meines Lebens. Von Wut bis totaler Entspannung und auch Sehnsucht nach dem Reich der Fruechte hat es in den letzten 4 Wochen alles gegeben.
Als wir Darien verlassen hatten, war das zum ersten Mal ein "Zurueckkommen"und damit hatte sich das, was vorher neu und abenteuerlich war in Normalitaet und Alltag verwandelt.
Aber! Alltag ja - doch wohl der durchwachsendste meines Lebens. Von Wut bis totaler Entspannung und auch Sehnsucht nach dem Reich der Fruechte hat es in den letzten 4 Wochen alles gegeben.
Wut
Der Wecker leutet nicht. Man wacht auf und ist eine viertel Stunde hinter der Zeit. Es ist dreiviertel 7.
Nicht tragisch, aber beeilen muss man sich trotzdem. Man hupft also ins Gewand und geht schnellen Schrittes in Richtung Fruehstueck. Als man die erste kleine Stiege hinaufsteigt, kommt einem eine mittelalterliche Frau mit dramatischem Gesichtsausdruck entgegen und fragt ob man der sei der man ist.
Ja schon, aber da man in diesem Menschen einen Elternteil eines Schuelers zu erkennen meint, verweist man ganz ruhig auf die Sprechstunde am folgenden Tag.
Das Drama beginnt. Sie und ihr Gesicht ergreifen sofort die Gelegenheit, alles und jeden zu stoeren, zu verwirren (wie diabolisch) und zu reizen.
Ihr Problem - versteht niemand.
Der Tag - ein Graus.
Szenenwechsel.
Ich bin gerade dabei die Musikanlage herzurichten, damit ein Schwester mit den Schuelern singen kann. Die verschiedenen Dinge sind an verschiedenen Orten, also bleibt nicht sehr viel zeit.
Da taucht auf einmal ein anderes Gesicht auf, maennlich, sicher kein Schueler - da um die 40 - und verlang ein kurzes ("solo sinco minutos"; in Chinesisch heisst fuenf uebrigens "wu") Gespraech. Ich hab nur leider keine Zeit und Sprechstunde waere erst spaeter an diesem Tag, doch das macht ihm nichts aus. Ich gebe also nach und werde zehn Meter weiter geleitet. Und was sehe ich: 4 Muetter die gerade ihre Krallen wetzen und die Zaehne blecken. - Oh Schreck!
Man hat mich davor schon gewarnt gehabt, dass Panama´s Eltern der Schrecken eines jeden Lehrers sind, aber wie das meist ist. - Man glaubts erst wenn mans sieht, hoert oder fuehlt (riecht?).
Erschwerend kam noch dazu, dass der Mob keine Gedult hatte und so wurde, sofort nach meinem ersten Fehler im Spanischen eine andere Englischlehrerin hinzugezogen um zu uebersetzen. Ich konnte also nicht mehr tun, als dazustehen und zuzuhoeren wie sich jemand anderer 5 Minuten lang fuer mich entschuldigt.
Das Problem - kein Problem.
Erschoepfung
Am Wochenende nach Ostern bin ich zum ersten mal surfen gefahren. Ich hab am Sonntag um 7 meine Sachen und mein Brett gepackt um mich in richtung Busstation aufzumachen.
Das Ziel war der Strand von San Carlos/El Palmar und ich wollte dort meine ersten Panama-Surf-Erfahrungen holen. Nach zweistuendiger Busfahrt und 457 verwirrten/interessierten Blicken kam ich dort an. Der Spot war nach kurzem Fussmarsch gefunden und der Niko sofort im Wasser. Da die Bedingeungen nicht sehr berauschend waren bin ich nach einer Stunde weiter gezogen zur naechsten Welle.
Auch hier war es nicht unbedingt perfekt aber mir ging es eher darum, wieder etwas hineinzukommen, als die perfekte Welle, die mir eh nichts gebracht haette, zu finden.
Doch, als ich aus dem Wasser kam, waren meine wunderschoenen neuen Flip-Flops verschwunden. Ok - soetwas kann vorkommen, aber der Sand dieses Strandes war schwarz und um die 60/70 Grad heiss. Daher endete das Unternehmen, meine Sachen zu holen, in kuriosem Gehopse und roten Fuessen.
Der Heimweg war damit natuerlich noch nicht bewaeltigt und da sich Strassenbelag fuer gewoehnlich aehnlich verhaelt, wie schwarzer Sand, musste ich mir etwas einfallen lassen, um nicht als gegrilltes, armes Surferlein zu enden. Solange es geradeaus ging war das auch kein grosses Kunststueck, aber es gab Strassen zu ueberqueren. Also bin ich den Weg abgegangen, um eine Stelle zu finden, an der ein Baum einen Schatten ueber die Strasse wirft - Gott sei Dank, war es Nachmittag.
So wurde der Weg ungefaehr dopelt so lang und ich zu guter letzt mit einem Supermarkt, der auch Flip-Flos fuehrte, belohnt (und wenn sie nur lackstiefel gehabt haetten - ich haette sie gekauft).
Der Rest der Rueckreise verlief recht normal, aber als ich schweisstriefend den huegel zuer Schule empor kletterte und mich ins Badezimmer gebab, war der Schrecken gross. Ein Hummer stand im Spiegel – er hatte blaue Augen und blondes Haar.
Zum Glueck hatte das niemand im Bus gerochen, sonst waere ich doch noch im Restaurant gelandet.
Totale Entspannung
Das hiess es zwei Wochen nach der ersten Surftour. Der Grund: Eine zweite. Diesmal schon etwas erfahrener und mit Zelt bewaffnet in Richtung Rio Mar.
Auch hier war es nicht unbedingt perfekt aber mir ging es eher darum, wieder etwas hineinzukommen, als die perfekte Welle, die mir eh nichts gebracht haette, zu finden.
Doch, als ich aus dem Wasser kam, waren meine wunderschoenen neuen Flip-Flops verschwunden. Ok - soetwas kann vorkommen, aber der Sand dieses Strandes war schwarz und um die 60/70 Grad heiss. Daher endete das Unternehmen, meine Sachen zu holen, in kuriosem Gehopse und roten Fuessen.
Der Heimweg war damit natuerlich noch nicht bewaeltigt und da sich Strassenbelag fuer gewoehnlich aehnlich verhaelt, wie schwarzer Sand, musste ich mir etwas einfallen lassen, um nicht als gegrilltes, armes Surferlein zu enden. Solange es geradeaus ging war das auch kein grosses Kunststueck, aber es gab Strassen zu ueberqueren. Also bin ich den Weg abgegangen, um eine Stelle zu finden, an der ein Baum einen Schatten ueber die Strasse wirft - Gott sei Dank, war es Nachmittag.
So wurde der Weg ungefaehr dopelt so lang und ich zu guter letzt mit einem Supermarkt, der auch Flip-Flos fuehrte, belohnt (und wenn sie nur lackstiefel gehabt haetten - ich haette sie gekauft).
Der Rest der Rueckreise verlief recht normal, aber als ich schweisstriefend den huegel zuer Schule empor kletterte und mich ins Badezimmer gebab, war der Schrecken gross. Ein Hummer stand im Spiegel – er hatte blaue Augen und blondes Haar.
Zum Glueck hatte das niemand im Bus gerochen, sonst waere ich doch noch im Restaurant gelandet.
Totale Entspannung
Das hiess es zwei Wochen nach der ersten Surftour. Der Grund: Eine zweite. Diesmal schon etwas erfahrener und mit Zelt bewaffnet in Richtung Rio Mar.
Rio Mar ist eine Gruppe Haeuser, 5 Minuten von San Carlos entfernt und es gibt ein Surfcamp.
Ich hatte also eine Nachmittags/Sonnenuntergangs – Session um danach als einziger Gast im Camp mit 5 Mitarbeiteren und einem betrunkenen Chef zu Abend essen, um dann am naechsten Morgen zu surfen.
Den restlichen Sonntag habe ich dann in einer Haengematte lesend und auf einem Sessel essend verbracht.
Weiters wurde ich Zeuge von einer genialen Essens-Beschaffungs-Methode:
Hier in Panama finden naemlich gerade die Vorwahlen innerhalb der Parteien (so wie auch in den USA) statt und fuer diesen Tag hatte sich einer der Kandidaten, „Martinelli“, angesagt, das Dorf zu besuchen.
Also wurde in der Frueh sofort alles mit kleinen „Martinelli“-Faehnchen dekoriert – Auch, und das wurde mir am Abend zuvor, wenn niemand von den Leuten dort im Plan hat „Martinelli“ zu waehlen.
As dann eine kleine Gruppe Waehlerfaenger – der Kandidat selber kam natuerlich nicht, dafuer war wohl das Dorf zu klein – kam, gab es zur Belohnung Gratis Fleisch und Getraenke. Auch fuer mich.
Was mich aber wirklich unterhalten hat, war der Anblick der sich mir auftat: Ein paar wohlgekleidete teils alt, teils aeltere Menschen und daneben eine Gruppe Surfer; in Short und Shirt, die sich auf jeden Fall mehr fuer das Fleisch – der Griller war eher ein Krematorium – als fuer die Gaeste interessierten.
Nach dem die zwei Stueck unten waren, hab ich mich dann geschlichen und aufgemacht zur naechsten und letzten Surf-Session um nochmal in den Sonnenuntergang hinein Wellen zu schlitzen.
Das war auch der Punkt der voelligen Entspannung, nur noch getopt vom Rueckweg zum Camp. Allein mit Surfbrett am Strand, Rechts das Meer, links die Felsen und oben ein wunderschoener Abendhimmel. (Stichwort bra..... Ro......)
Sicherheit und Schauspiel
Wie unter dem Punkt „Wut“ schon vorgestellt, gibt es hier in Panama eine grosse Gruppe verrueckter Erwachsener, die Kinder haben – Einige von den Kindern gehen hier zur Schule.
Diese Tatsache hat schon viele Lehrerkoepfe zum Kochen und auch ueberlaufen/weinen gebracht.
Das ist natuerlich kein Geheimnis mehr und darum wurden vor zwei Wochen einige Vorkehrungen fuer meine Sicherheit getroffen.
Siehe da, am Freitag, der Tag meiner Sprechstunde, stehen auch 10 Muetter und Vaeter bereit, um eines der beruehmten Gespraeche mit dem beruehmten Teacher Niko (el famoso Niko) zu ergattern.
Was sie nicht erwartet haben; Er ist nicht allein, sondern wird von einer Schwester und einer Englischlehrerein begleitet.
Was folgt sind 3 Stunden reines Zuhoeren – geredet hat nur Sor Ricarda – ohne Pause und mit gewaltigen schauspielerischen Einlagen ala „Mami, no quiero ir a la escuela, no estudie!“
Es waren auch wirklich vernuenftige Eltern darunter aber die Haelfte davon hatte eher ein Problem mit sich selbst, als mit mir.
Ein lustiger Schreck
Letzten Freitag sassen wir gemuetlich beim Abendessen und auf einmal erzaehlte eine der Schwestern, dass jemand vom Bildungsministerium da gewesen war um mit mir zu reden, und mich unter die Lupe zu nehmen, da eine Gruppe von vier Eltern dort angerufen hatte um sich uber irgendetwas zu beschweren. Sie erzaehlte auch, dass sie das nicht zugelassen haette, da eine Schule die ein „Bilingue“ im Namen traegt, Leute wie mich, ohne grosse Genehmigung beschaeftigen darf (aussderdem arbeite ich eh nicht, sondern spiele hier nur so herum – auf meinem Visum steht naemlich „no puede trabajar“ und das obwohl ich als Lehrer angemeldet bin).
Das war auf jeden Fall ein rechter Schrecken fuer mich aber ich wurde nicht weiter aufgeklaert, worum es ging und so habe ich auch nicht weiter nachgefragt, da ich mir dachte, dass es nicht so wichtig sein kann.
4 Tage spaeter hat mich dann Sor Ricarda in ihr Buero gebeten. Als sie sagte, dass sie mit mir ueber den Besuch vom Ministerium reden will, hat mich wieder der Schreck gepackt, doch als sie fortfuhr und auf einmal meinte, dass sich diese Eltern ueber meine Haare aufgeregt haetten, war mein Grinsen breit. Sie hat mich weiters gebeten, ob ich vielleicht meine Haarpracht etwas baendigen koennte, womit sie auch total recht hat. Alles andere war wohl zum Glueck nicht wichtig, oder betraf mich nicht genug und so habe ich dann auch ihr Buero verlassen; zum einen etwas verwirrt, zum anderen aber im hoechsten Grade belustigt und mit einem Gedanken Beschaeftigt:
Panama – Das Land in dem du nach einer Beleidigung, den Praesidenten anrufst. Die muessen echt nicht viel zu tun haben.
Auf jeden Fall wird in den naechsten Wochen etwas mit meiner Maehne geschehen. Was es ist, weiss ich noch nicht, aber man kann gespannt sein.
Geselligkeit
Wie schon im Darien – Bericht erklaert gibt es in Panama einige Indigene Gruppen. Die staerkste und groesste davon sind die Kuna, die normalerweise im autonomverwalteten „Kuna Yala“, eine weitlaeufige wunderschoene karibische Inselgruppe, leben.
Doch ein grosser Teil wohnt/arbeitet auch in der Stadt und deren Umgebung. Einer davon in unserer Schule als Englischlehrer.
Da er neu ist und einige Probleme im Englischen hat, helfe ich ihm bei Uebersetzungen und Gramatikfragen.
Vor zwei Wochen hat er mich, da ich gesagt habe, wie sehr ich das Essen hier geniesse, zu einem typischen Kuna-Essen in PanamaCity eingeladen und so traf ich mich mit ihm am Sonntag.
Wie sich herausstellte fuhren wir zu einem Zentrum, in dem sich alle die treffen, die von der gleichen Insel, wie der Lehrer (Rodelio) selbst, sind.
Als wir in den zweiten Stock eines alten Wohnblocks hinaufstiegen und auf einmal eine belebte Gaststube erschien, war ich schon mittendrin.
Ich wurde seinen Freunden vorgestellt und wir bekamen unser Essen – Eine Suppe aus Kokosmilch mit Platanos und Yuka. Dazu einen roten Fisch.
Es war herrlich, doch ich hatte das chili unterschaetzt, mit dem ich die Suppe wuerzte und so bin ich schweissgebadet aber gluecklich unter einer laermend-froehlichen Gemeinschaft gesessen, wurde ausgefragt ueber Oesterreich, aufgeklaert ueber ihre Kultur und konnte zum ersten mal die Sprache hoeren – wobei ich mir so gut wie nichts gemerkt habe.
Der Grund
Der Grund, warum ich so lange nichts mehr geschrieben habe ist, dass ich derzeit in meiner Freizeit (Wochenenden) entweder surfe oder schlafe und da ich fuer so einen Bericht recht viel Zeit benoetige, dauerts oft recht lange.
Ich hoffe es geht gut zu Hause und ueberall.
Einen Schoenen Fruehling!
Niko
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